Fahrzeugrettung
Vorbereitung ist bekanntlich alles. Doch eine praktische Ausbildung zur Insassen-Rettung aus einem echten Pkw ist keineswegs eine alltägliche Möglichkeit zum Üben.
Manche treffen sich an so einem schönen Abend im August mit Freunden auf ein Bier am Baggersee. Anders die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kleinpösna. Die treffen sich anscheinend, um heimlich ein altes Autowrack zu zerlegen. Doch der erste Eindruck täuscht. Tatsächlich stehen sie in einem nahegelegenen Gewerbegebiet zu einer Übung mit dem Ziel, Insassen aus einem Unfallauto zu bergen.
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Vorbereitung
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an den Tiefbrunnen
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Verbindung zur Pumpe
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an die Verteilung
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Wasser marsch
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Technik im Blick
Nach einer Einweisung zur Situation werden zuerst die nötigen Geräte ausgeladen. Eine Vielzahl an Möglichkeiten stehen zur Verfügung. Hydraulische Schere, hydraulischer Spreizer, elektrische Säbelsäge und hydraulischer Stempel sind nur einige. Zuerst muss das Fahrzeug gesichert werden, damit es nicht kippt wenn wir es malträtieren. Auch wenn Personenrettung nicht auf der Tagesordnung steht, müssen wir das auch berücksichtigen. Der Spreizer kommt als Erstes zum Einsatz. Trotz der Hydraulik ist es eine Schinderei. Das Ding ist schwer und unhandlich. Verflixt sind die Autotüren widerspenstig. Tür ist offen, Person ist gerettet.
Wenn, ja wenn nicht auch noch die Beine des Opfers zwischen Armaturenbrett und Fußraum eingeklemmt sind. Dann wird es kompliziert. Dazu muss die Frontpartie mit Motor vor der Windschutzscheibe nach vorn geklappt werden. Das Unfallopfer muss als Erstes mit einer Decke geschützt werden. Denn jetzt wird die Windschutzscheibe herausgesägt. Anschließend werden alle Fahrzeugsäulen durchgeschnitten, um das Dach abzunehmen. Je nach Ausrüstung geht das mit einer hydraulischen Schere oder einer elektrischen Säbelsäge. Hinter der A-Säule sägen wir die Schweller rechts und links durch, um mittels hydraulischem Stempel das Fahrzeugvorderteil nach vorn zuklappen.
Ziel erreicht. Das Auto ist Schrott und das fiktive Opfer fährt der Krankenwagen in die Klinik. Schnell noch alles zusammengepackt, die Autoteile in den Container rein und ab ins Feuerwehrhaus zur Auswertung. Vielleicht klappt es noch mit einem Bier am Baggersee.